Bilder 2018

Kuhreiher

In den letzten Jahren tauchen in der Linthebene und am Zürcher Obersee vermehrt Kuhreiher auf. Manche bleiben nur ein paar Stunden, andere einen Monat oder noch länger hier. Jetzt, im Herbst, begleiten sie auf den Koppeln Rinder- oder Schafherden, stochern in den Dunghaufen nach Insektenlarven, fangen von der Oberfläche der Kuhfladen Fliegen, die sich zur Eiablage niedergelassen haben, graben mit ihrem starken Schnabel Regenwürmer aus oder erbeuten auch noch gegen Ende November Grillen. Dieser Vogel im Bild hatte sich erst nach etwa einer Stunde an meine Anwesenheit gewöhnt, ging dann aber ohne noch Notiz von mir zu nehmen, seinem Beuteerwerb nach. Nach anfänglichem Interesse an diesem kleinen weissen Reiher erlahmte die Neugierde der Rinder bald einmal, und sie liessen ihn unbehelligt seinem emsigen Treiben nachgehen. Wie lange dieser Kuhreiher sich hier aufhalten wird, werden wir sehen. 

22.11.2018

©Klaus Robin • Robin Habitat AG

Canon EOS-1DX; EF 800mm L IS USM; ISO 250, 1/800 sec, Blende F/8

 

Bekassine

Bekassinen Gallinago gallinago ziehen regelmässig durch das Linthgebiet, brüten aber nicht mehr in der Region. Dieser unscheinbare Vertreter der Schnepfenvögel kann öfters im Kaltbrunner Riet angetroffen werden. Es braucht allerdings Beharrlichkeit, um Bekassinen im Altschilf und zwischen verdorrten Seggenbülten zu entdecken. Das perfekte Tarnkleid löst die Konturen auf und lässt den Vogel mit der Umgebung verschmelzen. Diesen Vogel hier konnte ich an einem Entwässerungsgraben entdecken. Er verliess sich auf seine Tarnung. Die Bekassine verharrte wie eingefroren an ihrem Platz, liess das Kamerageratter über sich ergehen und blieb bis zum Schluss unbeweglich stehen. 

14.11.2018

©Klaus Robin • Robin Habitat AG

Canon EOS-1DX; EF 800mm L IS USM; ISO 500, 1/400 sec, Blende F/5.6

 

Waldrapp "Säntis"

 

Seit dem 28.09.2018 hält sich in der Linthebene dieser Waldrapp Geronticus eremita auf. Er ist ein so genanntes Projekttier, d.h. er ist Teil eines internationalen Wiederansiedlungsprojekts und hätte - gemeinsam mit 30 anderen Waldrappen den von Ultraleichtflugzeugen begleiteten Zug vom Bodensee in die Toskana fliegen sollen. 29 der 31 der gestarteten Vögel sind bereits in der Toskana angekommen. Unser Vogel hat offenbar den Anschluss verpasst. 

Die Geschichte des Waldrapps ist sehr wechselvoll. In Mitteleuropa wurde er vor langer Zeit ausgerottet. Nun laufen internationale Projekte, ihn wieder heimisch zu machen. Daran beteiligen sich auch Schweizer Zoos und Tierparks. So ist dieser Vogel, der "Säntis" genannt wird, im Zoo Zürich geschlüpft und zur Wiederansiedlung zur Verfügung gestellt worden. 

Für den Eigentümer des Hauses, auf das sich der Waldrapp setzte, um sich auszuruhen und wo dieses Bild entstanden ist, muss es ein spezielles Erlebnis gewesen sein, einen ihm zu Beginn völlig unbekannten Vogel zu entdecken. 

Der Vogel trägt links und rechts Ringe und auf dem Rücken einen GPS-Sender, mit dessen Hilfe er auf seiner Route verfolgt werden kann. So war den Projektmitarbeitenden bereits klar, dass der Vogel in der Linthebene angekommen war, bevor er von zwei Ornithologinnen entdeckt wurde. Ob der Waldrapp den Kontakt zu seinen Artgenossen wieder finden wird, ist völlig offen. 

Nachtrag: Der Waldrapp Säntis flog am 23.10. selbständig nach Zermatt und am folgenden Tag am Matterhorn vorbei ins Aostatal, von dort nach Turin und dann nach Saluzzo im Piemont. 

06.10.2018

©Klaus Robin • Robin Habitat AG

Canon EOS-1DX; EF 800mm L IS USM; ISO 800, 1/250 sec, Blende F/5.6

 

Europäische Sumpfschildkröte

An einem Nebengewässer des Linthkanals entdeckte ich am 18.08.2018 eine Europäische Sumpfschildkröte Emys orbicularis. Am selben Ort konnte ich sie am 22.08. fotografieren.

Sie gilt in der Linthebene seit den 1970-er Jahren als ausgestorben, was die Beobachtung besonders macht. 

In der Arbeit: 

Robin K., Feusi M. 1977. Amphibien und Reptilien von Reservat und Entensee. S. 38 - 39.
In: Anderegg K., Feusi M., Robin K., Seitter H. Kaltbrunner Riet. Sonderdruck aus der Zeitschrift „TIERWELT“. Schweizerischer Bund für Naturschutz SBN, Basel. 41 S.

steht, dass am 13.05.1972 im Schulreservat Benken 3 Ex. der Europäischen Sumpfschildkröte ausgesetzt worden waren, dass 1 Ex. tot aufgefunden worden war und dass der damalige Reservatsaufseher in den Jahren 1974, 1975 und 1976 jeweils im Juni im Hüttengraben des Kaltbrunner Riets je 1 Ex. beobachtet hatte. Dies waren die letzten gesicherten Hinweise auf die Art in der Region. Es ist deshalb anzunehmen, dass dieses Exemplar freigesetzt worden ist. 

22.08.2018

©Klaus Robin • Robin Habitat AG

Canon EOS-1DX; EF 800mm L IS USM; ISO 250, 1/640 sec, Blende F/9

 

Schwarzstorch

Bereits sammeln sich in der Linthebene grosse Scharen von bis zu 100 Weissstörchen, bevor sie sich auf den Flug nach Süden machen. Darunter finden sich fast alljährlich einzelne Schwarzstörche, die sich diesen grossen Gruppen anschliessen und mit ihnen zu den Mähwiesen fliegen, um im Mähgut nach Heuschrecken und anderen Insekten zu suchen. Dieser Schwarzstorch, Jahrgang 2018, trägt das Jugendkleid. Schnabel, Beine und die unbefiederten Bereiche rund ums Auge sind blass grün-rosa gefärbt, die Halspartie ist fein geperlt. Brust und Bauch sind rein weiss befiedert, und das übrige Federkleid ist dunkelbraun mit einem Stich Pupur und einem schwachen grünen Glanz auf den Flügeldecken.

20.08.2018

©Klaus Robin • Robin Habitat AG

Canon EOS-1DX; EF 800mm L IS USM; ISO 500, 1/3200 sec, Blende F/5.6

 

Rehgeiss mit Kitz

Nachdem die Rehe die Hitzetage der vergangenen Monate in Schilffeldern und Feldgehölzen verbracht hatten, begannen sie sich während der Brunft vermehrt zu bewegen und wurden wieder "sichtbar". Hier überqueren eine Geiss und ihr Bockkitz zügig eine Fettwiese. Beide pflücken büschelweise Löwenzahnblätter, bevor sie wieder in einem Röhricht verschwinden.

27.07.2018

©Klaus Robin • Robin Habitat AG

Canon EOS-1DX; EF 800mm L IS USM; ISO 800, 1/125 sec, Blende F/5.6

 

Hermelin

In den letzten Tagen konnte ich mehrfach Hermeline beobachten. Meist schossen sie aus der Vegetation heraus auf diese geteerte Luxusvariante einer Bewirtschafterstrasse, folgten dann dem Strassenrand in hoher Geschwindigkeit und verschwanden wieder in der Hochstauenflur. Im vorliegenden Fall entdeckte dieses Hermelin plötzlich mein Stativ mit montiertem Fernrohr, das ich auf der Strassen stehen gelassen hatte, um mich hinter die Kamera zu stellen und auf das herannahende Hermelin zu warten. Es war verunsichert und blieb stehen. Als dann der Kameramotor zu rattern begann, dauerte es nur Sekunden, bis es in die Vegetation eintauchte und im Lauf meines Beobachtungsgangs nicht mehr erschien.

14.07.2018

©Klaus Robin • Robin Habitat AG

Canon EOS-1DX; EF 800mm L IS USM; ISO 800, 1/320 sec, Blende F/8

 

Braunkehlchen-weibchen

In der Region lebt die letzte regelmässig brütende Kleinstpopulation des Braunkehlchens im Mittelland der ganzen Schweiz. Dieses Jahr brüteten noch 3  bis 4 Paare. Hier hat eines der Weibchen eine Heuschrecke erbeutet, die es im Anschluss an dieses Bild einem Jungvogel übergeben wird, der sich tief unten in der Vegetation versteckt, als Schutz vor Prädatoren.

26.06.2018

©Klaus Robin • Robin Habitat AG

Canon EOS-1DX; EF 800mm L IS USM; ISO 800, 1/400 sec, Blende F/5.6

 

Grünfrösche - ein genetisches Problem

Grünfrösche oder Wasserfrösche können heute nicht mehr so einfach bis auf Artniveau bestimmt werden. Fast "überall" kommen Hybriden verschiedener Grünfrosch-/Wasserfroscharten vor. Näheres dazu ist hier zu finden:
http://www.karch.ch/karch/www.karch.ch/Wasserfrosch-Komplex

28.05.2018

©Klaus Robin • Robin Habitat AG

Canon EOS-1DX; EF 800mm L IS USM; ISO 500, 1/3200 sec, Blende F/6.3

Gimpelmännchen

Der in den vergangenen Wintern eher selten beobachtete Gimpel ist dieses Jahr in den Hecken und an Waldrändern regelmässig aufgetreten. Das hier abgebildete Männchen ist einer der attraktivsten Singvögel unserer Breitengrade.

21.03.2018

©Klaus Robin • Robin Habitat AG

Canon EOS-1DX; EF 800mm L IS USM; ISO 800, 1/640 sec, Blende F/8

 

Eiderente Erpel

Im Landschaftsraum Seedamm zwischen Hurden SZ und Rapperswil-Jona lebt seit vielen Jahren eine Gruppe Eiderenten, eine Art der nördlichen Meere. In einigen Brutperioden führten Weibchen sogar Jungvögel, die aber meist verschwanden, in seltenen Fällen jedoch erfolgreich heranwuchsen. Im Moment können im Gebiet 13 Vögel beobachtet werden, vier Weibchen und neun Männchen. Die Balz hat bereits begonnen, und es herrscht grosse Konkurrenz unter den Männchen. Hier bläst ein Erpel gerade seinen lachsroten Kehlsack auf, bevor er einen kehligen Doppellaut ausstösst, der etwa mit "...uhuuu..." umschrieben werden kann. 

29.01.2018

©Klaus Robin • Robin Habitat AG

Canon EOS-1DX; EF 800mm L IS USM; ISO 800, 1/6400 sec, Blende F/5.6

 

Haussperling

Haussperlinge sind regelmässige Gäste am Futterhaus. Obwohl sie sich in der Nachbarschaft zum Menschen an zahlreiche zivilisatorische Umfeldtypen angepasst haben, bleibt ihnen eine gewisse Vorsicht. Ob sie begründet ist in unvorhergesehenen Aktionen des Menschen oder in der Feindvermeidung vor Sperberattacken? Einfach zu fotografieren sind Haussperlinge jedenfalls nicht.

01.01.2018

©Klaus Robin • Robin Habitat AG

Canon EOS-1DX; EF 800mm L IS USM; ISO 800, 1/500 sec, Blende F/5.6